Workshopübersicht
Teil 2: Begleitung in Terzen und Sexten (Lied: „Es geht eine dunkle Wolk’ herein“)
Teil 3: Fill ins (Lied: „Ikh hob dikh tsu fil lib“)
Teil 4: Rhythmuspattern und Umkehrungen (Tangolied)
Teil 4: Rhythmuspattern und Umkehrungen (Tangolied: „Jeszcze raz“)
Für den vierten und letzten Teil dieser Reihe habe ich ein Stück im Stil polnischer Tangolieder aus den 1920er und 1930er Jahren geschrieben. „Jeszcze raz“ bedeutet “noch einmal” und handelt vom Moment des Abschieds und von dem Wunsch diesen noch etwas hinauszuzögern.
Beim Schreiben dachte ich an Stücke wie „Czarne oczy“ von Artur Gold oder „Graj skrzypku, graj“ von Wladysław Lidauer. Aufnahmen davon sind zum Beispiel online bei YouTube zu finden.
Rhythmus
In Aufnahmen der genannten Stücke hört man meistens einen geraden 4/4-Rhythmus. Jeder Schlag wird kurz gespielt und die 1 und 3 dabei etwas mehr betont als die 2 und 4. Diesen bekannten Tango-Rhythmus habe ich im zweiten Teil meines Stückes eingesetzt. Er erzeugt sogleich eine dramatische Stimmung.
Für den ersten Teil habe ich einen Rhythmus gewählt, der mehr an eine Habanera erinnert. Im folgenden Beispiel habe ich einmal Rumba und Habanera gegenübergestellt.
Beide Rhythmen finden sich in den sogenannten Milonga-Stücken wieder. Als Milonga werden davon abgesehen Tanzveranstaltungen bezeichnet. Bei diesen werden dann meist drei Arten von Musikstücken gespielt: Tango, Vals und Milonga.
Akkorde und Umkehrungen für die rechte Hand
In der rechten Hand spiele ich den gleichen Rhythmus wie in der linken, aber ich habe die Möglichkeit, verschiedene Akkordstellungen einzusetzen. Ich verwende die Grundstellung (Akkordgrundton steht im Bass), die 1. Umkehrung (Terz-Sext-Akkord bzw. Terzbass) und die 2. Umkehrung (Quart-Sext-Akkord bzw. Quintbass). Schau dir dieses Beispiel an und übe die Umkehrungen auch für die Akkorde Cm und D7.
„Jeszcze raz“
In unserem Voicing wenden wir nun drei Prinzipien an: 1. Wir wollen die Aufeinanderfolge von z.B. zwei Grundstellungen vermeiden. 2. Wir wollen möglichst Töne liegen lassen. 3. Wir wollen “nahe Wege” von einem Akkord zum anderen gehen.
Dementsprechend habe ich eine Begleitung für das Stück arrangiert. Im B-Part haben wir z.B. folgende Abfolge (Abkürzungen: GS=Grundstellung, UK=Umkehrung): GS (Gm), 2.UK (Cm), GS (F), 2. UK (Bb), 1. UK (D7), GS (Gm), 2. UK (Cm), 1. UK (D7), GS (Gm).
Spiele die Akkordfolge zunächst langsam und halte den jeweiligen Akkord vier Zählzeiten aus. Mache Dir bewusst, welche Finger liegen bleiben können und welche Finger umgesetzt werden müssen. Nimm im zweiten Schritt auch die Akkorde der linken Hand dazu. Erst wenn Dir beides zusammen gut gelingt, solltest Du die Akkordfolge im vorgegebenen Rhythmus spielen.
Ich wünsche Dir jetzt viel Spaß beim Üben. Das Stück bekommt in Kürze noch eine zweite Strophe und wird in das Repertoire des Trio Picon aufgenommen. Ich freue mich aber auch, wenn es Eingang findet in Euer Repertoire und bin gespannt auf Eure Interpretationen.
Zuletzt noch ein Dank an Harald Kießlich und Gabriela Suska für Rat und Korrektur, David Krüger für Audio- und Videoproduktion und das ganze Team von akkordeon.online und folker.world!
© Ramona Kozma
Aufmacher:
Links:
Zum akkordeon.online-Artikel über die Musikerin geht es hier [https://akkordeon.online/plaedoyer-fuer-vielfalt-ohne-klischees/].
Website der Künstlerin: www.ramonakozma.weebly.com

Ramona Kozma | Akkordeonistin · Pädagogin · Autorin
In ihren Beiträgen auf akkordeon.online verbindet sie praktische Spielpraxis mit didaktischer Erfahrung und einem besonderen Blick für musikalische Ausdrucksformen. Ihr Schwerpunkt liegt auf verständlichen Zugängen zum Instrument, musikalischer Vielseitigkeit und der Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen.








0 Kommentare